Angela Piekoschowski
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen
 

                          

 

Begleitung am Lebensende

Sobald nun eine lebensbedrohliche Krankheit oder andere Umstände uns klar machen, dass das Leben endlich ist, sorgt diese Erkenntnis meist dafür, dass das Leben noch einmal auf den Kopf gestellt wird.Oft stellen sich dann Ängste, Sorgen und Panikgefühle ein.

Viele haben auch bereits einen lieben Menschen oder ein Tier hinüber begleitet und in diesem besonderen Moment gespürt, dass sich die Atmosphäre im Raum spürbar ändert, sobald die Seele den Körper verlässt.

Wie begleiten wir Sterbende angemessen? Noch vor wenigen Generationen haben wir den Tod als einen Teil des Lebens verstanden. Er war stets präsent und wurde nicht verdrängt. Heute müssen wir erst wieder lernen, Schwerstkranken und Sterbenden beistehen zu können.

Elisabeth Kübler-Ross hat die Phasen des Sterbens wie folgt beschrieben:

Phase 1         Nicht wahrhaben wollen

Phase 2         Verhandeln

Phase 3         Wut und Zorn

Phase 4         Depression

Phase 5         Zustimmen und Loslassen

Zwischen der vierten und fünften Phase zeigt sich oft noch eine weitere Phase, in der Sterbende plötzlich wieder kraftvoll, sogar fröhlich wirken. Sogar Demenzkranke erscheinen geistig wieder klarer, sodass bei den Angehörigen die Hoffnung auf Genesung geweckt wird. Aufgrund der Individualität der Menschen laufen die Phasen nicht immer gleich ab, aber der Sterbende durchläuft sie i.d.R. alle.

Wenn wir einen Sterbenden am Lebensende begleiten, ist es sehr wichtig, auch gut für uns selbst zu sorgen. Denn wir halten mit dem Sterbenden den Prozess aus, dass geht oft an die Grenzen der Kraft, daher gilt, ggf. selbst auch um Unterstützung zu bitten. Hilfe erhalten wir z.B. beim Hospizverein oder beim ambulanten Palliativ-Team.

Im Bewusstsein des nahen Todes ist es wichtig, mit dem Sterbenden auch Stille auszuhalten. Gemeinsam schweigen, einfach nur da sein. Fragen, was kann ich für dich tun, was brauchst du jetzt gerade... Es kann auch sein, dass der Sterbende allein sein möchte, allein gehen möchte, dann gilt es, dies ebenfalls zu respektieren.

Bei aller Traurigkeit darf aber auch mit dem Sterbenden gelacht werden. Wenn der Sterbende immer viel Humor im Leben gezeigt hat, hilft ihm dieser manchmal auch in der Stunde des Todes und die verbleibende Zeit wird nicht mit Hilflosigkeit oder Unsicherheit verbracht.

Wenn der Mensch gegangen ist, dann gibt es einen außergewöhnlichen Moment des Friedens. Dieser währt jedoch nicht lange, denn es setzt jetzt zeitnah der Trauerprozess ein.