Angela Piekoschowski
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen
 

                          

 

 

Depressionen während oder nach einer Schwangerschaft u. Geburt

Patienteninformation

Ein Wechselbad der Gefühle während und auch nach einer Schwangerschaft sind gar nicht so selten. Momente der Freude - Phasen der Sorge und Erschöpfung wechseln sich ab. Diese Gefühle sind durchaus normal.

Wenn aber Traurigkeit und Angst und sogar Schuldgefühle Überhand nehmen, kann dies ein Hinweis auf eine Depression sein. Hier ist es wichtig, hinzuschauen.

Etwa 12 von 100 Frauen haben in der Schwangerschaft eine Depression und nach der Geburt sind bis zu 15 von 100 Frauen von der sog. postpartalen Depression betroffen. Diese ist nicht mit dem Baby Blues (den Heultagen direkt nach der Geburt) zu verwechseln. Der Baby Blues tritt aufgrund der nach der Geburt einsetzenden Hormonumstellung auf und ist daher ein normaler Zustand für jede Mutter.

Sofern folgende Beschwerden länger als zwei Wochen andauern, ist es unbedingt ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Mögliche Anzeichen einer Depression

  • gedrückte, niedergeschlagene Stimmung
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel und schnelle Ermüdung
  • Selbstzweifel, Schuldgefühle, Schlafstörungen

Zusätzlich können auch körperliche Beschwerden wie unklare Schmerzen oder Schwindel bestehen. Einige Mütter haben ihrem Baby gegenüber zwiespältige Gefühle und haben Probleme, eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Auch Gedanken, sich selbst und/oder dem Kind zu schaden, können auftauchen.

Faktoren wie Partnerschaftsprobleme, fehlende Unterstützung der Familie sowie belastende Ereignisse können eine Depression beeinflussen.

Möglichkeiten der Vorbeugung

Stimmungstiefs lassen sich selten verhindern. Daher wird Schwangeren und frischgebackenen Müttern mit erhöhtem Depressionsrisiko eine Kombination aus Psychotherapie und zusätzlicher psychosozialer Unterstützung (z.B. durch eine Hebamme) empfohlen, um einer Depression vorzubeugen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Depression während oder nach einer Schwangerschaft kann i.d.R. gut behandelt werden. Während einer Schwangerschaft sollte die Psychotherapie das Mittel der Wahl sein. Antidepressiva haben - wie alle Medikamente - Nebenwirkungen und können Auswirkungen auf das Kind haben, z.B. ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko. Auch nach der Schwangerschaft sind Medikamente ggf. problematisch, da diese über das Stillen auf das Kind übergehen. Sofern dennoch Medikamente erforderlich sind, wird der behandelnde Arzt dies sorgsam abwägen.

Hilfreich sind körperliche Bewegung, möglichst an der frischen Luft und mit viel Licht.

Was können Sie selbst tun?

  • Wenn Sie glauben, eine schlechte Mutter zu sein, ist dies unbegründet. Für jede Frau ist die Geburt eines Kindes eine bedeutende Umstellung in ihrem Leben und kann durchaus zu einer seelischen Herausforderung werden. Sprechen Sie daher über Ihre Gefühle, vielleicht mit Ihrer Hebamme, Ihrem Partner oder einem Menschen, dem Sie vertrauen.
  • Nehmen Sie zur Entlastung Unterstützungsangebote von der Familie oder Ihren Freunden an.
  • Informieren Sie sich über die Erkrankung, damit Sie besser damit umgehen können und suchen Sie sich ggf. professionelle Hilfe.
  • Bewegen Sie sich, am besten an der frischen Luft.
  • Tauschen Sie sich mit anderen betroffenen Frauen aus, z.B. bei einem entsprechenden Gruppentreffen.
  • Scheuen Sie sich nicht, entsprechende Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Depression ist eine Erkrankung und dessen muss sich niemand schämen.