Angela Piekoschowski
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen
 

                          

 

Betrachtungen zum Thema Trauma....

Die Gesellschaft wird immer offener, wenn es um psychische Erkrankungen geht und so suchen sich auch immer mehr ältere Menschen therapeutische Unterstützung, um längst vergessene (verdrängte) Traumata zu bearbeiten. Denn unverarbeitete Traumata holen irgendwann jeden ein - den einen früher, den anderen später.

Die Psyche möchte alle Erlebnisse verarbeiten, um mit diesen abschließen zu können. Wenn dies in jungen Jahren aber nicht geschehen konnte, weil das Erlebte zu schrecklich war, wird das Trauma tief in der Seele verstaut und geparkt. So beeinträchtigt das Thema den Menschen zunächst nicht mehr, aber es ist nicht verarbeitet und schlummert nur..... bis es eines Tages bearbeitet werden will. Das geschieht meistens zu einer Zeit, wo der Mensch zur Ruhe kommt und das Leben scheinbar gut organisiert vor sich hin läuft.

In Untersuchungen wurde bestätigt, dass es zwei besonders herausragende Altersstufen gibt, in denen es plötzlich zu psychischen Auffälligkeiten kommt:

Zwischen 30 - 35 Jahren und in den mittleren 50er Jahren

Immer, wenn die Seele wieder mehr "Zeit" hat, kümmert sie sich um die verdrängten Themen. Das muss sie auch, denn für Verdrängung ist sie nicht ausgelegt. Die Verdrängung kostet den Menschen unendlich viel Energie, das verdrängte Thema will aufgearbeitet werden, dafür sorgt die Seele mit Ängsten, Depressionen, Schuldgefühlen, anflutender Trauer über längst Vergangenes etc..

Trauma-Typen

Hier kennen wir die akute Belastungsreaktion bzw. die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) z.B. nach einem Unfall oder  einem anderen plötzlichen belastendem Ereignis. Diese werden als Trauma-Typ 1 bezeichnet. Diese Traumata können i.d.R. gut mittels traumafokkussierten Verfahren behandelt werden.

Bei langandauernden seelischen Verletzungen - dem Trauma-Typ 2 - kommen häufig zusätzlich weitere Verfahren zum Einsatz, beispielsweise tiefenpsychologische, imaginative, gestalt- und körpertherapeutische Interventionen.

Bindungs- oder Entwicklungstrauma

Beide Traumaformen sind ähnlich in der Entstehung und auch in der Behandlung. Hier liegt meist eine tief greifende seelische Verletzung  durch Unterdrückung, Hilflosigkeit und Gewalt zugrunde.

Entwicklungstraumata entstehen in der frühen Kindheit. Als wesentliche Ursachen gelten:

  • chaotisches Elternhaus
  • strenges, gefühlskaltes Elternhaus
  • körperliche Gewalt, sexueller Missbrauch
  • Demütigungen, Ablehnung
  • psychisch kranke Eltern
  • häufig wechselnde Lebensmittelpunkte und Bezugspersonen
  • u.v.m.

Aber auch weniger schlimme Ereignisse können Traumata auslösen, wie z.B. die i.d.R. Trennung der Eltern. Das Kind kann dann traumatisiert werden, sobald es Ereignisse als bedrohlich erlebt, diesen Ereignissen nicht entkommen kann und es sich dadurch selbst als nicht gut oder nicht willkommen wahrnimmt. Ohne entsprechende Verarbeitungsmechanismen, über die ein Kind i.d.R. noch nicht verfügt, wird es sich meist selbst die Schuld für alles geben und es beginnt ein Teufelskreislauf. In diesem Prozess hilft dem Kind die Fähigkeit, schmerzhafte Gefühle abzuspalten (zu dissoziieren).

Die so dissoziierten Anteile verbleiben im Unterbewusstsein und auf der Körperebene und wirken auch noch nach Jahren in Form von Ängsten, Depressionen, Phobien, unerklärlicher Trauer, psychosomatischen Problemen und Emotionsüberflutungen durch Flashbacks, weiter. Durch sogenannte Trigger (Gerüche, Geräusche, Gedanken, Worte o.ä.) werden die Flashbacks ausgelöst.

Im Laufe des Lebens gibt es aber oft auch bessere Phasen, in denen die Betroffenen ihr Leid nicht so stark wahrnehmen. Dies ist oft dann der Fall, wenn wesentliche Ziele erreicht werden, z.B. Berufswahl, Heirat und Familienplanung. Nachdem diese Ziele erreicht sind, steht das Trauma i.d.R. wieder im Vordergrund.

Wenn die Gefühle so überwältigend werden, dass sie kaum noch aushaltbar sind, versuchen die meisten Betroffenen, Hilfe durch entsprechende Therapien zu bekommen.